INFO – Krisenmanagement wird einfacher

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Wirtschaft mit Grundeinkommen?

Krisenmanagement wird einfacher

Immer wieder berichten Medien von Kündigungen und Firmenschliessungen, Verlagerung von Arbeitsplätzen ins billige Ausland … Aber viele Unternehmer, insbesondere in den KMU, sind weit mehr als Manager und Geldeintreiber. Viele lieben ihre Arbeit, ihre Kunden, ihre Mitarbeitenden, und fast nebenbei verdienen sie auch noch ihr Geld. Ein Unternehmen, das Mitarbeitende beschäftigt, übernimmt immer ein Stück weit soziale Verantwortung. Eine Kündigung beschäftigt jeden, auch wenn das nicht immer sichtbar ist. Nicht nur die Ungewissheit in finanzieller Hinsicht beschäftigt, auch das Gefühl der «Wertlosigkeit», des «Versagens» kommt ins Spiel. Heute, wo Existenz und Wertschätzung so stark an die Erwerbsarbeit gebunden sind, sind Unternehmen moralisch verpflichtet, die Kündigung ganz zu unterlassen, respektive, wenn das nicht möglich ist, diese wenigstens «abzufedern». Das kann ans Eingemachte gehen …

Eine KMU-Geschichte ….

Ernst Morales führt ein kleines Transportunternehmen, die «Trans Morales AG». Vor 15 Jahren begann er auf eigene Rechnung zu arbeiten. Tagsüber war er unterwegs, abends organisierte er die Routen für den nächsten Tag und machte noch andere Büroarbeiten. Das Geschäft lief gut, die Kunden mochten ihn, sein Service war perfekt. So brauchte er bald Unterstützung. Für ihn war das kein Problem, er kannte viele Arbeitskollegen und wusste auch, auf wen er sich verlassen konnte. Schon bald waren sie zu viert, mit Fred, Tom und Stefan. Sie arbeiteten als tolles Team optimal zusammen. Selbstverständlich wurden die Arbeitskollegen immer mehr auch Freunde. Das Leben hat allerdings seine Höhen und Tiefen. Vor vier Jahren verloren sie einen wichtigen Kunden, der über 40% der Aufträge generierte.

… ohne Grundeinkommen

Und es wurde schwierig, weil in dieser Zeit einfach keine neuen Kunden dazukommen wollten. Zwei, drei Monate konnte er es sich leisten, von den Reserven zu leben. Aber die Fixkosten waren enorm. Mindestens ein Mitarbeiter zu viel, das Leasing der Fahrzeuge, Sozialabgaben, Versicherungen … und dann der bürokratische Stress, weil er versuchte, Kurzarbeit für den Betrieb zu organisieren. Das wurde abgelehnt. Er wusste nicht, was er tun sollte. Welchen seiner Freunde sollte er auf die Strasse stellen? Nach fünf Monaten, als er ernsthafte finanzielle Engpässe vor sich sah, entschied er sich, Stefan zu kündigen. Er war der Beste der Truppe, und Ernst Morales wusste, dass er die besten Chancen hätte für eine neue Stelle.
Doch die Geschichte ging weiter. Hart mussten sie arbeiten, um den Verlust der vergangenen Monate auszugleichen. Seine Familie sah ihn sowieso wenig, aber in dieser Zeit war er nur noch zum Schlafen und manchmal zum Essen zu Hause. Sechs Monate nach Stefans Entlassung kam eine Anfrage für Transportaufträge in die französische Schweiz, aber niemand sprach französisch ausser Stefan, der aber hatte inzwischen eine andere Stelle gefunden …

 … mit Grundeinkommen

Natürlich war der Verlust des grossen Kunden ein Schock, aber alle wussten, es wäre nicht existenziell. Durch die ausgefallenen Aufträge ging natürlich auch der Umsatz zurück, und damit auch die Grundeinkommensabgabe. Das war eine grosse Entlastung. Stefan, der Beste im Team, übernahm die meisten Aufträge von Ernst. So konnte Ernst das Krisenmanagement übernehmen und sich entschlossen, aber dennoch in Ruhe um neue Aufträge kümmern. Ein Fahrzeug, welches jetzt oft nicht gebraucht wurde, konnte er zeitweise vermieten, so dass die Fixkosten etwas besser gedeckt waren. Und tatsächlich, etwa drei Monate später kamen zwei neue Kunden dazu mit Transportaufträgen in die französische Schweiz. Dank Stefan, der zweisprachig war, konnten sie diese Aufträge mit gutem Gewissen annehmen. Mit den Reserven konnte Ernst Morales die Krise überwinden, ohne dass seine Kollegen viel davon merkten. Nach einem Jahr war der Umsatz der TransMorales sogar noch höher als vorher. Das freute sie alle, hatte allerdings auch einen kleinen Nachteil: Die Abgaben für das Grundeinkommen wurden entsprechend hoch, weil sie die Gewinne eben mit der Grundeinkommenskasse teilen mussten … Das machten sie allerdings ganz gerne. Weil eben diese Kasse vor ein paar Monaten eine wichtige Stütze in der Krise gewesen war.

Hintergründe

Das bedingungslose Grundeinkommen muss durch Abgaben von Unternehmen gespeist werden, weil diese ja, wegen dem Grundeinkommen, viel tiefere Löhne an die Mitarbeitenden auszahlen. Die Diskussion über die Form der Abgaben ist noch nicht abgeschlossen. In unseren Beispielen gehen wir von einer Konsumabgabe, ähnlich der heutigen MWST aus. Diese Form bewirkt tiefe Abgaben bei tiefem Umsatz respektive Gewinn und hohe Abgaben in guten Zeiten. Das heisst, sie wirken immer antizyklisch, entlasten in Krisen, belasten im Hoch.
Unternehmen könnten Mitarbeitende mit bedingungslosem Grundeinkommen mit weniger Bedenken entlassen, weil ja eine Grundsicherung vorhanden ist, und weil Menschen sich viel weniger über die Erwerbsarbeit definieren müssen. Dank der tieferen Löhne und einem antizyklischen Abgabesystem wird das in vielen Fällen gar nicht nötig sein.

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